Fotoreise Namibia, Botswana, Simbabwe & Sambia

Im Juli 2007 unternahmen wir eine Foto-Rundreise durch das südwestliche Afrika (Namibia, Simbabwe, Botswana und Sambia). Geführt wurde diese Reise durch den bekannten Fotografen Kai-Uwe-Küchler und den für seinen Namibia-Reiseführer bekannten Reiseveranstalter Peter Pack von Pack Safari Namibia.

Die Reise beinhaltete folgende Highlights:

Windhoek

Windhoek ist eine für europäische Verhältnisse recht übersichtliche Stadt, die aber dennoch recht eindrucksvolle Fotomotive bietet. So fühlt man sich hier noch in die Kolonial-Epoche Deutschlands zurückversetzt, auf die zahleiche Gebäude- und Strassennamen noch hinweisen. Bei einer Stadtrundfahrt hatten wir die Gelegenheit, neben den markanten Gebäuden auch einen typischen Wochenmarkt zu besichtigen und einige der stolzen Hereo-Frauen auf Foto zu bannen.

Amani-Ranch

Diese Lodge befindet sich unweit von Windhoeck im Khomashochland auf 2150m Höhe, was in dieser Jahreszeit kalte Nächte bedeutet. Über zahlreich angebotene Jeep-Safaries hat man die Gelegenheit, seine Fotoausrüstung ausgiebig zu testen. So befinden sich auf dem Gelände der Lodge mehrere Reservate, auf denen jeweils Gebarden, Leoparden und Löwen auf ihre Auswilderung vorbereitet werden. Da diese Tiere zum Teil durch Fütterungen zum Fotoshooting angelockt werden, sind die Ergebnisse zwar keine Real-Wildlife-Bilder, aber eine recht gute Einstimmung auf die Nationalparks, die noch kommen.

Sossusvlei und Sesriem Canyon

Die Dünen von Sossusvlei im Namib-Naukluft-Nationalpark sind ein Muss in jeder Namibia-Reise. Vor allem die bis zu 380 Meter hohen wandernde Dünen aus Namib-Sand, sind ein beliebtes Fotomotiv. Während im Dead Vlei, die Trockenheit die Oberhand gewinnt und die vom Wasser abgeschnittenen, teils abgestorbenen Bäume langsam verfallen, befindet sich nur unweit entfernt der Sesriem Canyon. Hier schuf die Kraft des Tsauchab-Flusses, der für kurze Zeiträume gewaltige Wassermassen führt, eine 30 Meter tiefe Schlucht. Der Sesriem-Canyon (übersetzt Sechsriemen) erhielt seinen Namen, da die ersten Siedler sechs Riemen aus Gemsbock-Fell zusammenknüpfen mussten, um hier Wasser schöpfen zu können.

Namib Naukluft Park

Einen weiteren Stop im Namib Naukluft Park legten wir in der Namib Desert Lodge ein. Sie befindet sich in der Nähe von Sossusvlei und bietet einzigartige Blicke auf die "versteinerten" Dünen der Ur-Namib. In romantischen Sonnenuntergangs- und Sonnenaufgangsfahrten erschloss uns sich die Weite und Stille der Savanne. Die goldgelben Gräser bieten einen wunderbaren Kontrast zum roten Sandboden, dessen Strukturen hier recht eindrucksvoll zur Geltung kommen.

Spitzkoppe

Die Spitzkoppe im Erongo-Gebirge gilt als das „Matterhorn Namibias“. Als freistehender Inselberg vulkanischen Ursprungs ragt sie ca. 700 Meter aus ihrer Umgebung heraus und weist eine Gesamthöhe von 1.557 Metern auf. Sie ist somit vor allem bei Sonnenauf- und -untergängen ein beliebtes Fotomotiv. Besonders die in der Nähe liegende Naturfelsbrücke und die ungewöhnlichen Gesteinsformationen laden zum fotografischen Experimentieren ein.

Damaraland

Besonderer Anziehungspunkt im Damaraland ist das Twyfelfontein-Tal. Durch seine prähistorische Felszeichnungen bekannt, wird dieses Tal auch als "Wiege der Menschheit" bezeichnet. Ca. 2.500 Felsgravuren wurden in sechs Perioden von 300 v. Chr. bis zum 18. Jahrhundert hier erschaffen. Noch rechtzeitig vor ihrer Zerstörung durch den Massentourismus wurden sie im Jahre 2007 von der UNESCO auf die Weltkulturerbe-Liste gesetzt. Ein weiteres Highlight im Damaraland ist der "Versteinerte Wald". Auf einem Gebiet von ca. 300 x 800 Meter liegen über 50 größere fossile Baumstämme, die bis zu 300 Millionen Jahre alt sind. Deren Zustand ist so gut, dass man selbst die Jahresringe noch erkennt. Da man keine Wurzeln findet, nimmt man an, dass es sich um ehemaliges Treibholz handelt. Etwas ganz Besonderes für Pflanzenfreunde sind die zahlreichen Welwitschie (Welwitschia mirabilis) oder nach den Herero „onyanga“ = „Wüstenzwiebel“, die langlebigste Pflanze, die bis zu 2000 Jahre alt wird. Sie hat nur ein einziges Blattpaar und breitet sich unterirdisch über einen Radius von 15 Metern und einer Tiefe von drei Metern aus. Ein ebenfalls gutes Fotomotiv im Damaraland bilden die Orgelpfeifen (Organ Pipes), die durch ihren harten Bruchkanten aus Basaltgestein beeindrucken.

Kaokoveld

Die Reise schloss auch den Besuch von zwei Himbadörfern ein. Derzeit leben noch etwa 7000 Himba in Namibia, die vor allem durch ihre rote Hautfarbe auffallen. Sie entsteht durch das Auftragen einer fettigen Creme aus Butterfett und dem Harz des Omuzumba-Strauches, die vor dem heißen und trockenen Klima des Kaokovelds schützt. Den sozialen Stand der Himba kann man an der Haartracht ablesen. So tragen junge Mädchen zwei zur Stirn gerichtete Zöpfe. Nach der Pubertät werden ihre Haare mit Erde zu vielen kleinen Zöpfen geflochten und mit Leder und Perlen geschmückt. Die kegelförmigen Behausungen der Himbas werden normalerweise aus Palmblättern, Lehm und Dung gefertigt. Sie leben somit in recht einfachen Verhältnissen und sind durch ein Projekt zum Bau eine grossen Stausees am Kunene-Fluss und der damit geplanten Überschwemmung ihres Landes stark gefährdert. Mittlerweile haben sich einige Gruppen auch auf den Tourismus eingestellt, so konnten wir zwei Arten von Himbas kennenlernen. Die erste Gruppe ist fest in der Dorfgemeinschaft verankert und eher recht schüchtern und vorsichtig gegenüber Touristen. Die zweite Gruppe sind Touristennomaden mit tragbaren Verkaufständen für selbstgefertigte Schmuckkollektionen. Wir fanden von dieser Gruppe die gleichen Personen in beiden Dörfern.

Etosha Nationalpark

Über das King Nehale Gate ging es hinein in den Etosha-Park. Die Trockenheit und die karge Vegetation zwingt die Tiere zum Besuch der zentral angelegten Wasserstellen. Somit hat man ein leichtes Spiel, gute Tiermotive mit diversen Wasserspiegelungen oder auch in ausgedürrter Steppe zu finden. Der Etosha-Nationalpark selbst hat ein Fläche von 22.275 Quadratkilometern und lockt jährlich von ca. 200.000 Besucher an, die bis auf Krokodile, Flusspferde, Wasserböcke und Büffel nahezu alle Tierarten des südlichen Afrika bewundern können. In guten Regenjahren, wenn die Etosha-Pfanne ca. 10 cm voll Wasser steht, wird aus dem Gebiet ein Mekka für Wasservögel. Die zahlreichen Elefanten, von denen einer uns sogar angriff, werden durch gezielte Tötung auf einem Niveau von etwa 1.500 Tieren gehalten.

Bwabwata Nationalpark

Der Aufenthalt Bwabwata Nationalpark war leider viel zu kurz. Man hatte hier die Möglichkeit, u.a. grosse Elefantenherden, Flusspferde aus unmittelbarer Nähe vom Boot aus zu fotografieren. Aber auch die Jeepsafaries in Ufernähe des Okavango sorgten für Kurzweil. Bei uns stellte sich allerdings Beklommenheit ein, als wir auf einen Elefantenkadaver stiessen. Um die Elefanten vor Übergriffen von Wilderen zu schützen, werden sie von Wildhütern begleitet. Leider verwechselte dieser Elefant Freund und Feind und tötete zwei seiner Beschützer und musste deshalb erschossen werden.

Mazambala Island Lodge

Der Aufenthalt in der Mazambala Island Lodge war nur von kurzer Dauer. Sie ist quasi eine Insel im Überflutungsgebiet des Kwando in Ost-Caprivi und nur in der Trockenzeit per Kraftfahrzeug erreichbar. Die Gebäude sind zum Teil auf Stelzen gebaut und ermöglichen eine weiten Blick über den Kwando. Zum Glück blieb noch etwas Zeit für eine Fluss-Safarie mit einem Katamaran zum Sonnenuntergang.

Chobe Nationalpark (Botswana)

Der Chobe Nationalparkt mit einer Fläche von 10.566 Quadratkilometer befindet sich im Nordosten Botswanas und ist das wildreichstes Naturreservat des Landes. Allein 50.000 Elefanten leben im diesem Park. Da hier Tag für Tag Safaries per Jeep und Boot unternommen werden, haben sich die Tiere an den Tourismus gewöhnt und zeigen fast keine Scheu. So ist es ohne weiteres möglich, sich selbst Eisvögeln bis auf zwei Metern zu nähern. Ein besonders eindrucksvolle Begegnung hatten wir mit einem Rudel aus zwölf Löwen. Genau an der Stelle, an der wir kurz vorher eine Pause in freier Natur einlegten, rissen sie einen Wasserbüffel verspeissten ihn komplett innerhalb von 2 Tagen.

Victoria-Fälle (Simbabwa/Sambia)

Die Victoriafälle befinden sich im Mosi-oa-Tunya-Nationalpark und wurden einst von David Livingstone entdeckt. Bei unserem Besuch führte der Sambesi recht viel Wasser, sodass der Fälle auf Grund des starken Sprühnebels nur von den Seiten einsehbar waren. Neben einem Trip entlang der Victoria-Fälle war ein Hubschrauberrundflug hier somit Pflicht. Da in Simbabwe keine Helicopter verfügbar waren und unserer Alternative in Sambia nur bedingt für ein Fotoshooting geeignet war, blieb uns nur ein Flug von Simbabwe aus bei deutlich schlechterem Morgenlicht. Dafür genossen wir eine Tierpirsch in Wildreservat aus der Vogelperspektive.

Resümee:

Nach dem Urlaub war man auf Grund der kurzen Nächte (maximal 4-5 h Schlaf) und der vielen Eindrücke eigentlich wieder urlaubsreif. Aber über 10.000 Fotos waren mehr als eine Entschädigung für diese Entbehrungen.

Erstellt am 01.11.2007