Fotoreise in die Nationalparks im Norden Tanzanias 2008

Da wir vom Afrika-Fieber angesteckt wurden, beschlossen wir auch dieses Jahr dort eine Fototour durchzuführen. Diesmal standen die Nationalparks in Tanzanias Norden auf dem Plan. Via Dubai ging es nach Nairobi (Kenia) und von dort aus auf dem Landweg nach Tanzania. Im Geländefahrzeug ging es zweimal am Tag auf Pirsch, wenn nicht gerade via Überland-Tour neuer Park angefahren wurde. Das Wetter hielt sich leider nicht an unsere Planung und zeigte sich selten von seiner guten Seite.

Die Reise beinhaltete folgende Highlights:

Arusha-Nationalpark

Der Arusha-Nationalpark war das erste Reservat auf unserer Reise. Er befindet sich unweit der Grenze zu Kenia zwischen dem Mount Meru und dem Kilimandscharo. Leider war das Wetter nicht sehr berauschend, sodass man die Berge nur erahnen konnte. Der Park wurde 1960 als Ngurdoto Crater National Park eingerichtet und ist mit 137 Quadratkilometer relativ klein. Bekannt wurde der Park vor allem durch seine nur hier lebendenden schwarz-weißen Colobus-Affen und durch die durch einen Kinoschlager der 60iger-Jahre bekannte Hatari-Ranch. Fotografisch bot der Park wenig Highlights, vielleicht auch deswegen, da keine Raubtiere hier vertreten sind.

Tarangire-Nationalpark

Der Tarangire ist trotz seiner Grösse von 2600 km² ein eher unbekannter Nationalpark, der verhältnismäßig wenig frequentiert wird. Er bietet dafür eine nahezu ungestörte Pflanzen- und Tierwelt. Da der Park durch den Tarangire-Fluss stetig mit Wasser versorgt wird, sind hier auch alle Großwildarten im Park zu finden, da sie nicht zur Wassersuche den Park verlassen müssen. So war es kaum verwunderlich, dass uns grosse Elefantenherden über den Weg liefen. Aber auch an Raubtieren bot dieser Park alles, was man sich wünschen konnte, wie Löwen, Leoparden und Geparden.

Ngorongoro-Krater

Auf dem Weg Ngorongoro-Krater hatten wir die Gelegenheit, das Grab von Michael und Prof. Bernhard Grzimek zu besuchen. Es war schon ein emotionales Erlebnis, da ihre Filme unsere Kindheit beeinflussten und schliesslich auch ein Grund für diese Reise waren. Der Ngorongoro-Krater ist der größte nicht mit Wasser gefüllte Krater der Erde (20km Durchmesser) mit einer überwältigenden Szenerie unterschiedlicher Habitate: Steppe, Savanne, Wälder, Sumpf- und Teichgebiete. Am Kraterrand herrscht das Klima eines Tropischen Regenwaldes, während in der Kratersohle trockende Steppenvegetation vorherrscht.Der Einbruchkrater am Rande der Serengeti entstand, als ein Vulkanberg in sich zusammenbrach. Der Kraterboden liegt auf ca. 1700 Meter über NN und die Seitenwände sind zwischen 400 und 600 Meter hoch, so dass die Kraterkante auf ca. 2300 Meter liegt, was Nachts bereits zu Nullgraden führt. 1979 wurde er auf die UNESCO-Liste als Weltnaturerbe und 1981 als Biosphärenreservat aufgenommen. Fotografen kommen hier stets auf ihre Kosten, da bei 25.000 Tieren im Krater auch die höchste Raubtierdichte Afrikas herrscht. Besonders groß ist die Zahl an Zebras, Büffeln, Gnus und Gazellen. Aber auch genügend Raubtiere liefen vor die Kamera, wie Hyänen, Schakale und Löwen, denen wir bei der Paarung beiwohnen konnten. Daneben gibt es im Krater unter anderem auch Spitzmaulnashörner (leider nur aus extremer Enfernung sichtbar), Elefanten und, ungewöhnlich in dieser Gegend, Flusspferde.

Serengeti-Nationalpark

Serengeti ist abgeleitet aus der Massai-Sprache und bedeutet „das endlose Land“. Der Serengeti-Nationalpark gehört mit seinen 14.763 Quadradkilometer zu den größten und sicherlich auch bekanntesten Nationalparks der Welt. Auch dank dem Engagement von Prof. Bernhard Grzimek ist er seit 1981 Teil des Weltnaturerbe der UNESCO sowie eingetragenes Biosphärenreservat. Es leben dort heute mehr als 1,6 Mio Tiere und eine Vielzahl von Raubtieren. Bereits hinter dem Eingang zum Park konnten wir live erleben, wie eine Leopardin ihrem Jungen das Jagen beibrachte, während an der ersten Wasserstelle der Jagdversuch einer Löwin erfolglos blieb.

Lake Manyara-Nationalpark

Der Lake Manyara-Nationalpark ist eingebettet in den Ostafrikanischen Graben und verfügt über eine grosse Vegetations- und Landschaftsvielfalt. Als kleinstes Wildreservat in Tanzania bietet es eine unglaubliche Vielfältigkeit an Fauna und Flora. Der sodahaltigen Manyara See bildet die Heimat von tausenden rosaroten Flamingos und weitere 400 Vogelarten. Angeblich soll es hier auch die berühmten "Baumlöwen" geben, die nur hier in der Mittagshitze in den Baumkronen verweilen sollen. Wir hatten leider nicht das Verknügen, irgendein Raubtier zu sehen.

Das stolze Volk der Massai

Die Massai sind als Krieger und Rinder-Viehhirten berühmt. Sie leben in einzelnen Clans weitestgehend nomadisch. Ihre Kultur dreht sich rund um ihre Rinder. Ein „guter“ Massai hat nicht weniger als 50 Rinder. Sie ernähren sich u.a. von Rinderblut, teilweise vermischt mit Milch. Die Hütten der Massai bestehen aus getrocknetem Kuhdung. Nachts finden die Rinder, Schafe, Schweine und Ziegen Schutz im gesicherten Bereich der Hütten. Bei den Massais werden viele Zeremonien zelebriert. Sehr bekannt ist das Springen der jungen Massai, die dabei auf der Stelle so hoch wie möglich springen, um ihre Stärke zu beweisen. Leider ist das Töten eines Löwen im manchen Gebieten immer noch Voraussetzung für einen Massai, eine Frau haben zu dürfen. Wir hatten die Gelegenheit, in einem "touristen-freundlichen" Dorf an den Zeremonien und Führungen durch die Hütten teilnehmen zu dürfen.

Land & Leute

Die Fahrten durch Kenia und Tanzania hinterlassen zwiespältige Eindrücke. Die Infrastruktur dieser Länder ist recht inhomogen entwickelt. Es gibt Landesteile mit hervorragender Infrastruktur, mit modernen Gebäuden und neuen Strassen, die abrupt in Zerfall und Armut übergehen. Es bleibt nur zu hoffen, dass der Tourismus als meist einzigste Einnahmequelle dieser Länder ausreicht, einen wachsenden Wohlstand der Eingeborenen zu sichern.

Erstellt am 01.11.2007