Uganda/Ruanda 2010

Direkt nach unserer Tour im Jahr 2004 stand fest, dass wir die Berg-Gorillas wieder besuchen werden. Während andere Tierarten vor dem Betrachter flüchten oder ihn als Futterquelle sehen, gehen Gorillas (zumindest die Weibchen und Jungtiere) eine direkte Kommunikation ein. Diese Kontaktfreudigkeit und die innere Ruhe dieser Tiere macht jeden Besuch zum emotionalen Ereignis und damit zu einem Muss für jeden Tierfreund. Neben den Gorilla-Treckings hatten wir auch das Glück, gleich mehrmals Leoparden zu sichten, die in Ruanda eigentlich recht scheu sind.


Schimpansen-Trekking im Kibale Forest Nationalpark

Zum Start der Fotoreise stand ein Schimpansen-Trecking im Kibale Forest Nationalpark auf dem Plan. Dabei hatten wir das Glück, auf einen charmanten weiblichen Ranger zu treffen, der sichtlich Spass an seiner Arbeit hatte. So konnten wir eine Schimpansenherde auf ihrem Streifzug durch den Wald auf Augenhöhe begleiten. Kurz darauf ging es zum angrenzenden Bigodi-Sumpf auf eine kleine Fusswanderung. Hier konnten wir Bekanntschaft mit uns noch ungekannten Affenarten wie den Uganda-Mangabe schliessen.

Der Queen Elisabeth Nationalpark

Im fast 2000 qkm grossen Queen Elizabeth Nationalpark verbrachten wir die meiste Zeit mit Safaris in der Nähe der Mweya-Halbinsel am "Kazinga Kanal", der als natürliches Gewässer den Lake Edward und den Lake George verbindet. Die gleichnamige "Mweya Lodge" ist dabei der ideale Übernachtungsort auf gehobenen Standard mit traumhafter Kulisse. Bei unseren Jeep-Safaries hatten wir das Glück, auch auf Löwen und Leoparden zu treffen. Gänzlich neu für uns war die erstmalige Begegnung mit dem Riesenwaldschwein. Generelles Highlight im Park sind die Fluss-Safaries auf dem "Kazinga Kanal". Bei bester Perspektive hat man hier die Gelegenheit, neben zahlreichen Elefanten, die größte Flusspferd-Population Ugandas zu beobachten. Glück hatte wir auch, als unser Boot nach einem Zusammenstoss mit einem hochspingenden Flusspferd nicht kenterte. Innerhalb der grossen Vogelpopolation fiel uns ersmalig der Sattelstorch (für uns: Deutschland-Storch) auf.

Besuch eines Pygmäen-Dorfes

In Kisoro nahe der Ruandischen Grenze stand der Besuch eines Pygmäen-Dorfes auf dem Plan. Obwohl wir bzgl. der Zurschaustellung von Naturvölkern eher reserviert gegenüberstehen, wich diese Skepzis recht schnell. Die Herzlichkeit und Gastfreundlichkeit war einfach überwältigend. Leider werden die Pygmäen nur als Aussenseiter im Land geduldet. Sie haben kaum eine Chance einer geregelten Arbeit nachzugehen, besitzen kein eigenes Land und die Unterstützung von Regierungsstellen bleibt ihnen oft verwehrt. Die einzigsten Einahmequellen sind leider meist nur die Besuche von Touristen.

Besuch der Hirwa-Gruppe im Volcanoes National Park in Ruanda

Hinsichtlich Routen bzw. der zu besuchenden Familie entschieden wir uns für eine mit leichtem Aufstieg. Die Wahl fiel auf die Hirwa-Gruppe am Sabyinyo-Berg eine kleine Familie mit einem Silberrücken, sechs Muttertieren und sechs Jungtieren. Bereits nach einen Kilometer bergauf war die Gruppe erreicht. Wir trafen sie auf einem sonnigen Plateau mitten in der Ruhezeit. Somit stand Spielen bei den Jungtieren und Fellpflege und Schlafen bei den Älteren auf dem Plan. Ein Erlebnis besonderer Art war die erste Begegnung mit einem Jung-Gorilla. Er ging direkt auf uns zu und begrüsste fast jeden Teilnehmer durch "Handschlag". Da wir nicht zurückweichen konnten, waren die sieben Meter geforderter Sicherheitsabstand somit Geschichte.

Besuch der Twitonda-Gruppe im Volcanoes National Park in Ruanda

Auch hier hatten wir wieder Glück und erwischten bei der Auswahl einen extrem leichten Aufstieg. Bereits 200 Meter hinter dem Steinwall, der als Grenze zum Farmland dient, trafen wir auf die Twitonda-Gruppe am Gahinga-Berg. Sie war recht gross und bestand aus zwei Silberrücken, Muttertieren und etwa Jungtieren. Die Gruppe befand sich in ständiger Bewegung auf der Suche nach Futter. Somit konnten wir die Grösse und Kraft eines Silberrücken aus nächster Nähe voll bewundern. Zum Schluss kam noch etwas Zusatzspannung auf, als ein junges Männchen durch die Kameras genervt, einen Scheinangriff auf uns startete.

Vogelpirsch im Landschaftspark des Lake Bunyonyi

Es könnte der schönste Landesteil Ugandas sein, wenn nicht die Wälder in diesem Gebiet fast komplett abgeholzt wären. Somit bleiben nur noch einzelne Inseln mit etwas Rest-Vegetation, auf denen sich noch einzelne Vögel einfinden. Uns bleibt diese Region als Beispiel für die Zerstörung der einst grünen Bergwelt Ostafrikas in Erinnerung. Auch der ständige Geruch der Brandrodungen in dieser Gegend hinterlies ein trauriges Gefühl.

Safaris zu Land und See im Lake-Mburo-Nationalpark

Der Lake Mburo Nationalpark versprach eher langweilig zu werden, da er entsprechend der gängigen Beschreibungen über keine Rauptiere verfügen soll. Dementsprechend werden im Park auch Fuß-Safaries angeboten. Umso erstaunter waren wir, als unser Ranger uns bei einer dieser Fuß-Safaris mehrere Kadaver von Zebras und Antilopen zeigte, die von Leoparden gerissen wurden. Bei einer Boots-Safari hatten wir schließlich Glück und konnten auch den "Übeltäter" bewundern. Gegenüber 2004 ist der Tierbestand in diesem Park stark gewachsen. Vor allem die Zahl an Seeadlern und Eisvögeln ist hier sehr beeindruckend.

Auf Suche nach Schuhschnabel-Störchen in den Sümpfen von Entebbe

Eigentlich wollten wir in Enteppe unsere Reise ruhig ausklingen lassen. Die Sichtung eines der fast ausgestorbenen Schuhschnabelstörche hatten wir längst aufgegeben. Laut unserem Guide sollten sich jedoch noch ca. 7 Schuhschnabelstörche in den Sümpfen von Entebbe aufhalten. Also mieteten wir uns kurzentschlossen und ohne große Hoffnung ein Boot. Umso überraschter waren wir, als wir nach nur einem Kilometer vor einem dieses riesigen Vögel standen. Aber auch ohne diesen Zufallstreffer kommt hier jeder Vogelfreund auf seine Kosten.

Die Reptilienfarm von Snake-Man

Unser Aufenthalt in Uganda wurde bis zur letzten Minute ausgenutzt. Drei Stunden vor dem Rückflug und bereits bei einsetzender Dunkelheit besuchten wir noch die Reptilienfarm von "Snake-Man" in Entebbe. Er hat sich in den Kopf gesetzt, in nur kurzer Zeit den unterschätzten Reptilien ein Zuhause zu schaffen und die einheimische Bevölkerung über ihre Fähigkeiten und ihren notwendigen Schutz aufzuklären.

Tierbeobachtungen außerhalb der Nationalparks

Aber auch ausserhalb der Nationalparks trifft man noch teilweise auf eine reichhaltige Tierwelt. So hatten wir neben den für Uganda typischen Watussi-Rindern mit ihren langen Hörnern auch Kontakt mit zahlreichen Marabus und den Nationalvogel Ugandas, dem Kronenkranich.

Landschafts-Eindrücke

Die Landschaft Ugandas hinterlässt einen zwiespältigen Eindruck. Die vielen Berge und Seen begeistern schon, aber die Übervölkerung Ugandas hat bewirkt, dass ausserhalb der Nationalparks fast keine Bäume mehr existieren. Aus der einstigen grünen Schweiz, wie Uganda vor 50 Jahren noch genannt wurde, droht immer mehr eine Wüste zu werden.

Die Menschen in Uganda

Im Bewusstsein und im Aufteten der Menschen in Uganda und Ruanda hat sich einiges geändert. Während die Menschen im Jahr 2004 noch sehr reserviert oder ablehnend Touristen gegenüber waren, sind sie jetzt sehr offen und freundlich. Es ist auch schön zu sehen, dass sich die wirtschaftliche Entwicklung auf die Bevölkerung positiv ausgewirkt hat. Touristen werden jetzt freudig begrüsst und es hat sich im Land ein starker Mittelstand entwickelt. Interessant für uns war die Art des Wahlkampfes, wie er hier durchgeführt wird. Es müssen nicht immer langweilige Reden sein. Die vielen Parties und Konzerte wären eine schöne Idee für Deutschland.

Unser Transportmittel

Im Gegensatz zu Europa, wo stets nur die neueste Entwicklung genutzt wird, sind hier die alten Fahrzeuge am beliebtesten. Unser Transportmittel war alter Toyota Landcruiser mit wenig PS und Blattfedern, den unser Fahrer aber gegen kein Geld der Welt gegen ein neues Modell tauschen würde. Er lies uns auch nie im Stich.

Luftfahrt-Raritäten in Entebbe

Entebbe taucht auch in der Geschichtsschreibung auf. In den 70ern wurden hier durch ein israelisches Sonderkommanda alle Geiseln aus der Hand palestinänsischer Terroristen befreit. Die Reste der damaligen Geiselflugzeuge sind jetzt in einem Freizeitpark zu besichtigen. Nebenbei ist Entebbe Relaistation für die Versorgung der UN-Truppen in ganz Afrika. So überrascht es kaum, das man auch sehr große Flugzeuge wie die ukrainische An-124-Werksmaschine ausgerechnet hier sieht.

Erstellt am 01.01.2011